Lieber Junge...bitte weine!
 
 
Das Herz eines Jungen,
das Aussehen einer schönen Frau!
So ist es und sie weiß, wie sehr sie das macht...“alt und grau“!
Immer, wenn sie lacht und dabei traurig schaut,
dann verdeckt sie ihr Äußeres und sucht verzweifelt nach
Tränen, die, die andere abgeben...wie Fontänen!
Die Frau, von der hier erzählt wird, hat die Zeit vergessen,
als sie noch „heulend“ hat in der Ecke gesessen! Sie erfand
fahrlässig ein Lachen, ohne es mit Wissen und Wollen zu beklagen!
 
Sitzt sie in einer Gruppe und äußert sich verbal, darf keiner
weinen, sonst begibt sie sich in Gefahr. Nicht hinsehen...ihre
Devise! Passiert es doch, äußert sich das gefürchtete Lachen
und gibt den anderen ein falsches Erscheinungsbild. Sie vertreiben
es mit ihren Blicken...die Frau fängt an, sich in eine kindliche
Welt zu verstricken. Ihr Körper eingekauert auf ein Minimum,
sie zittert und friert, ist bleich...ach wär` die Situation fort sogleich!
Aber das tut sie nicht! Wenn man unsichtbar sein könnte, würde
keiner das Lachen und ihre Schamhaltung bemerken!
Sie kann sich erst befreien, wenn all die Menschen gehen,
hoffentlich nicht umdrehen und nur noch in weiter Ferne sind
zu sehen! Die Frau löst sich langsam aus ihrer Zwangshaltung,
spürt Schmerzen in den Gliedern, wie nach einem Marathonlauf...
solche Lachepisoden bringen ein Individuum eben richtig „zu Boden“!
 
Warum hilft ihr keiner? Sie will doch weinen...bis zu einer hohen
Markierung an einem „zehn Liter Eimer“!
Der Junge in ihr, zehn Jahre ist er und hat blondes Haar, versucht
ihr schon lange zu sagen: „Verzichte auf Deinen Stolz, gib einiges
ab von Deinem „Kindheitsholz“, ziehe Dein „Frauenkleid“ aus,
mit Strenge verzeiht man Dir und gibt Dir dafür die ersehnten
Tränen aus“! Sie befolgt den Rat des Jungen nicht. Stattdessen malt
sie ihn so wunderschön, dass jeder ihn bewundern kann...nur mit
einem Mal Hinsehen! Denn dieser Junge läuft auf dem Bild,
ist fröhlich und glücklich, so wie die Frau sich nichts anderes
mehr wünschen mag, ist er ein Abbild ihrer Haut...so zart!
Bitte lasst die Frau ihre Tränen zeigen...sie möchte es noch vor
ihrem Tod vermeiden! Das darf sie nicht, sie „kratzt“ mit sich...
sie kommt nicht hinter das „Licht“! Ihr Verlangen ist doch
ein Ringen mit den Leben und verdrängt ihr wirkliches Bestreben!
Sie flüstert, sagt laut, ruft, schreit und will verdammt nochmal
weinen...es ist keine verlorene Zeit...es scheint nur zu sein...so weit!
 
 
Autor: Engelsfeder                             16. Februar 2007