Beim Kinderarzt...das Warten?
 
 
Es ist Bergfest...Mittwoch schlägt der Tag
in der Kinderarztpraxis!
Ich sehe viele Kinder unterschiedlicher Natur...
ruhige, aber auch andere mit Lautstärke von
Folklore!
Die Eltern genervt in den Stühlen...das Warten
ist nicht gern zu akzeptieren! Sie wollen lieber
balancieren...in Geschäften, zu Hause oder
bei Feierabend“bieren“!
Aber was! Sag was dazu! Kinder geben doch
niemals Ruh` und schlagen Dir lieber die
Bücher zu! Wir sind verpflichtet, unsere Kinder
zu behüten oder ihnen zu verhüten und meist
auch noch reichlich zu vergüten!
So sieht man hier in der Praxis, dass die
Gewichtsklassen variieren...man kann dick und
dünn eindeutig zensieren. Wohlgenährt ist das
Mädchen dort mit sieben Jahren und ihr
Körper gewicht liegt bei einigen Goldbarren!
Sie ist fröhlich und geht mutig auf das kleine
Holzkletterhaus zu, sie steigt auf und im Nu ist
die Bewegung ihrer Gliedmaßen tabu! Klettern
kann sie leider nicht! Aber sich an eine Strebe
hängen und alle viere baumeln lassen...das ist
kaum zu fassen!
Andere Kinder kommen dazu und schauen sich
um, werfen mit Bausteinen rum und singen
„Bienchen summ...summ...“! Und da ist noch
die Malecke, wo ich zwei meiner Drillinge 
„verstecke“. Sie malen Mandalas aus, schauen
aus dem Fenster raus und spielen mit Mama
„Katz und Maus“. So vergehen mehr als sechzig
lange Minuten und wir hören nun den Aufruf
unseres Namens von der Praxisschwester...wir 
entfliehen dem Eltern – Kind – Orchester! Somit
drei freie Stühle in dem Gewühle und blitzartig,
noch bevor wir das Arztzimmer betreten, sind die
Plätze vergeben!
 
Das war nur ein kleiner Ausschnitt des Alltages in
einer Arztpraxis. Er gibt Einblick in die geregelten
und sich immer wiederholenden Abläufe und macht
das Leben eintönig, langweilig und anonym! Die
Menschen schauen sich nicht mehr an, wenn sie
aneinander vorbeigehen. Sie beobachten und
tuscheln und hören kann man das vielleicht
irgendwann in „angeschwemmten Muscheln“!
 
 
Autor: Engelsfeder                 15. Februar 2008